Trail Lago d’Orta – Sieg für Stephan, Judith belegt Rang 2

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(Weitere Bilder folgen)

Bereits 2012 nahmen Stephan und Chris zum Saisonabschluss am Trail Lago d’Orta teil und waren schon damals begeistert von dem Event (Bericht Trail Lago d’Orta 2012). Dieses Jahr reisten die beiden mit Verstärkung an. Judith und Jürgen wollten sich, trotz dem Start beim Napf-Marathon (Bericht Napf-Marathon) eine Woche zuvor, die tollen Trails im Piemont am Ortasee nicht entgehen lassen.

2013 gab es nun drei Distanzen zur Auswahl (Angaben veranstalter):
Ultra-Trail 80km mit 5.000 Höhenmetern (Stephan)
Trail 55km mit 3.200 Höhenmetern (Jürgen)
Mini-Trail 22km mit 1.200 Höhenmetern (Judith und Chris)

Stephan’s erster Sieg für das Team SALOMON Deutschland
Um 3 Uhr hieß es für Stephan aufstehen, denn bereits um 5 Uhr war der Start für die Ultraläufer angesetzt. Das Frühstück fiel trotz der Uhrzeit üppig aus, wobei das hartgekochte Ei mindestens einen genauso hohen Stellenwert hatte wie die beiden köstlichen, italienischen Espressi.

Als tolles Highlight ließ der Veranstalter beim Start Himmelslaternen steigen, was ein tolles Schauspiel war und den Startern wie auch Zuschauern kurz vor dem Start Gänsehaut bescherte.
Kurz darauf wurde es Tag. Ach so nein, Stephan knipste nur seine Lupine an. Jetzt war klar warum diese Stirnlampe momentan die Referenz auf dem Markt ist!

Das Feld zog sich gleich vom Start ab in die Länge und vorne setzten sich ungefähr 10 Athleten leicht vom Feld ab. Unter ihnen war auch der Sieger vom Vorjahr, Giuliano Cavallo (Team SALOMON – Italien) und gab das Tempo vor.

Ab der 2. Verpflegungsstation (km 22) in Arola wurde das erste Mal dezent attackiert, worauf sich eine Dreiergruppe absetzte. Als Stephan seinen kurzen Ausflug ins Gebüsch beendet hatte, schloß er wieder zu den Ausreissern auf. Obwohl sich in der Vierergruppe nichts geschenkt wurde, blieb Stephan noch Zeit für die traumhafte Aussicht, von dem er auch noch nach dem Lauf schwärmte. (Bild: Monte Croce)

Stephan: “Die gewaltigen Panoramen waren absolut beeindruckend! …”

Dann kamen jedoch mehrfach sehr steile Passagen auf dem Weg zu der höchsten Erhebung der Strecke, dem Monte Croce. Dabei musste zuerst Stefano Trisconi abreißen lassen und auf den technischen Trails bergab auch der Kletterspezialist aus Südtirol (Alexander Rabensteiner). Somit war es ein Duell zwischen dem Vorjahressieger Giuliano Cavallo und Stephan.

Den Verpflegungsposten am Alpe Camasca (41km) liess der Italiener links liegen und stürmte weiter. Stephan ließ sich nicht beirren und machte einen kurzen Stopp. Danach konnte er wieder aufschließen und übernahm die Führung. Angetrieben von der traumhaften Strecke (Trailanteil ca. 90%) und der immer wieder überraschend schönen Landschaft, lief Stephan ein zu hohes Tempo für den Italiener, so dass auch dieser zurückfiel.

Stephan: “Einmal war es so steil im Wald, dass ich auf allen Vieren hoch krabbeln musste!”

Bei Km 60 überkam Stephan auch ein Schwächegefühl, da er leichtsinnig gewesen war und an der letzten Verpflegungsstelle nicht optimal die Energiespeicher füllte. Bis km 65 musste er schwer kämpfen und die üblichen Gedanken gingen ihm dabei durch den Kopf.

Stephan: “Ich fühlte mich bei Kilometer 60 schwach und fragte mich was ich hier eigentlich mache…”

Jedoch kam die Energie nach einem Gel und einem Riege schnell zurück und Stephan konnte in gewohnter Manier wieder Druck machen. Die Verfolger konnten nämlich jede Sekunde wieder kommen und das wollte er nicht riskieren. Was Stephan zu diesem Zeitpunkt nicht wußte, war, dass er bis ins Ziel fast 25 min Vorsprung aufgebaut hatte. Zeit um den Zieleinlauf zu genießen hatte er jedoch und riss die Arme hoch, als ehr die Ziellinie nach 8:46:41h überquerte. Sieg über die Ultra Distanz – Herzlichen Glückwunsch!

Stephan (als 20min nach ihm immer noch kein Verfolger im Ziel war): “Da hätte ich mich gar nicht so beeilen müssen.”

Dann kam der Zweitplatzierte, Stefano Trisconi (Team RAIDLIGHT) mit 9:11:10h und schließlich schaffte es der Vorjahressieger Giuliano Cavallo (Team SALOMON) mit 9:19:52h auf den 3. Podestplatz.

Judith rast schon wieder auf’s Podium (22km/1.200hm)
Nach dem Napf-Marathon (Bericht Napf-Marathon) am Wochenende zuvor, wollte es sich Judith nicht nehmen lassen, sich ebenfalls mit der italienischen Konkurrenz zu messen.
Bereits am Nachmittag zuvor kündigte sie eine gute Form an.

Judith: “Meine Beine fühlen sich richtig gut an, sogar besser als vor dem Marathon.”

Langsam merkt man ihr die Routine an, mit dem Stress vor dem Wettkampf wird nun professionell umgegangen. So sah man ihr auch schon am Start, dass sie heute mehr als nur finishen wollte.

Mit der perfekten Tempogestaltung zu Beginn des Rennens legte sie den Grundstein für den weiteren Verlauf des Rennens. Bei Kilometer 7 wurde Judith von einer Kontrahentin überholt, ließ sich jedoch nicht beirren und vertraute ihren Stärken am Berg. Diese konnte sie kurz Zeit später ausspielen und eroberte sich den Rang zurück. Welcher das war, wusste sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht, aber dachte an 4. Oder 5. Position.

Bald darauf lief sie eine Gruppe von Männern auf und konnte diese auch schon bald hinter sich lassen. Als dann das Ufer des Ortasees erreicht war, hatte sie bereits durch die jubelnden Zuschauer mitgeteilt bekommen, dass sie momentan 2. Frau ist. Durch das konstante Intensitätsniveau lief sie auch weiterhin ein top eingeteiltes Rennen und konnte auch auf der schier endlosen Treppe empor in das Zentrum von Alzo weitere Athleten überholen.

Den letzten Anstieg steckte Judith trotz dem sich anbahnenden Hunger gut weg, es waren ja nur noch rund 2 Kilometer bis ins Ziel. Judith sah die letzten Meter des Anstiegs und wusste, dass es danach nur noch abwärts ging bis zum Ziel in Pogno.

Als sie am Ende des Anstiegs Chris sah, war nicht mehr auszumachen ob das Strahlen in ihrem Gesicht daher kam, oder von der Gewissheit kurze Zeit später als 2. Frau den Wettkampf zu beenden! Unglaublich, mit einer Zeit von 2:14:17h hatte sie nur 45 Sekunden Rückstand auf die Siegerin Mora Cecilia (VALETUDO SKY RUNNING). Die 3. Frau war Annalisa Diaferia (TEAM BIKEADVENTURES) mit 6:14 min Rückstand.

Judith ließ dabei 264 weitere Läuferinnen und Läufer hinter sich und gerade mal 20 Männer und 1 Frau überquerten vor ihr die Ziellinie! Toll welche Form sie dieses Jahr hat, mal sehen was noch kommt bis zum Jahresende…

Jürgen genießt die 55km und belegt nebenbei den 17. Rang!
Der Start des 55km-Laufs wurde mit roten Rauchsignalen inszeniert, was dem Start auch etwas Mystisches verlieh.

Jürgen hatte derweilen seine Taktik schon fest im Kopf: Ein Lauferlebnis über die 55km

Aber wer Jürgen kennt weiß eben auch, dass sein Genußtempo nichts mit bummeln zu tun hat. Nach dem Sieg der Altersklasse beim Napf-Marathon (Bericht Napf-Marathon) in der Woche zuvor, waren die Beine aber wieder erholt genug für diesen Ultralauf.

Zu Beginn des Laufes testete Jürgen unbeabsichtigt die Fango-Qualitäten des Piermonter Schlamms, vielleicht war auch dies der Grund, dass die Beine ihn bis zur Hälfte der Strecke permanent nur überholen ließen.

Mit den Kilometern kamen jedoch auch die schweren Beine und es wurde auch für ihn immer härter. Die kulinarischen Köstlichkeiten an den Verpflegungsständen hauchten ihm jedoch neue Kraft ein. Dort erfuhr er auch dass Stephan zu dem Zeitpunkt beim Ultralauf in Führung lag, was ihm stolz einen neuen Motivationsschub gab.

Kurz vor dem Ziel konnte Jürgen nochmals den Schweden einholen, welcher dem hohen Schlusstempo nichts entgegensetzten konnte. Somit belegte Jürgen den 17. Gesamtrang und wirkte im Ziel alles andere als erschöpft. Während er euphorisch von dem tollen Erlebnis über die vergangenen 55km berichtete, zog er ein angebissenes Salami-Käse-Brötchen aus der Brusttasche seines Trail-Rucksacks und schwärmte über die tolle Verpflegung auf der Strecke – Jürgen, ein Original!

Chris beendet die 2-wöchige Zwangspause mit einem 7. Platz (22km/1.200hm)
Schon Tage zuvor war nicht klar ob er an den Start gehen würde. Auf Grund des ungewohnt hohen Tempos bei der Kurzstrecke beim Lupfenlauf (Bericht Lupfenlauf) hatte Chris alle Symptome des gefürchteten Schienbeinkantensyndroms und alle möglichen und unmöglichen Szenarien waren überlegt und diskutiert um keinen verletzungsbedingten Ausfall nach dem bevorstehenden Lauf in Italien zu riskieren.

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Das Resultat war, dass Chris am Start stand und sich während den ersten Metern für die Taktik einer reduzierten Intensität bei Flach- und Abwärtspassagen entschied.

Von Platz 28 aus gestartet konnte er so an den Anstiegen überholen und sich langsam aber stetig nach vorne arbeiten.

Chris: „Zu Beginn war eher die Atmung das Problem, mein Herz-Kreislauf-System war zu Beginn etwas überfordert.“

Je weiter man sich nach vorne bewegt im Läuferfeld, desto seltener wird der Kontakt mit der Konkurrenz. Daher nahm Chris an, dass er sich in unter den Top 10 befinden musste und genoß ab da die traumhaften Trails und die tollen landschaftlichen Eindrücke, denn damit hatte er nicht gerechnet.

Ab und zu sah er ein Stück vor sich zwei Läufer, aber der Abstand veränderte sich nicht großartig und Chris konnte seiner Taktik treu bleiben. So beendete er das Rennen auf dem 7. Gesamtrang nach 1:58:15h und war damit nur eine knappe Minute langsamer als im Vorjahr (Bericht Trail Lago d’Orta 2012).

Chris: „Ich hatte in der Woche zuvor mental schon damit abgeschlossen hier in Italien zu laufen, darum wäre heute definitiv der falsche Zeitpunkt für falschen Ehrgeiz gewesen!“

Napf-Marathon – Jürgen gewinnt die Altersklasse und Judith wird 3.

Die Nervosität rührte von der Streckenlänge in Kombination mit der Topographie. Zum ersten Mal hatte sich Judith spezifisch auf einen Wettkampf vorbereitet, doch gerade diese Situation steigert eben auch den Druck am Tag X zu performen.

Jürgen startete ebenfalls auf der Marathondistanz und hatte Ambitionen einen Podiumsplatz in der Altersklasse zu erreichen. Von Beginn an machte er Tempo und plazierte sich vorne im Feld.

Judith fand ebenfalls auf dem ersten Straßenabschnitt nicht in ihren Rhythmus und tat sich schwer. Sehnsüchtig erwartete sie die sagenhaften Trails von denen Stephan schon seit seiner Teilnahme im letzten Jahr schwärmte (Bericht Napf-Marathon 2012).

Dann war es so weit, die Wolkendecke zog auf und gab den tollen Blick über die Berner-Alpen frei. Die Sonne kam auf und es wurde auch wärmer. Jürgen peilte unterdessen an, die 4 Stundenmarke zu knacken und er machte einen starken Eindruck.

Unterwegs wurde Judith von Stephan angefeuert, der sein Training an diesem Wochenende auf der Strecke des Napf-Marathons verbrachte. Nebenbei sei erwähnt, dass er am Vortag die Runde als Training in 3:26h(!) hinter sich brachte.

Zügig, aber trotzdem kontrolliert lief Judith durch die matschigen, aber abwechslungsreichen Trail des Marathons. Sie war sehr lange allein unterwegs während sie dem Höchsten Punkt auf dem Napf entgegen lief.

Doch dort war es noch lange nicht vorbei. Nach der Verpflegungsstelle ging es abwärts und Judith konnte sich etwas erholen, bevor der ständige Wechsel zwischen Auf und Ab wiederkehrte. Genau dort zog sie das Tempo an und begann zu überholen.

Die weiteren Anstiege waren kein Problem und so kam mit dem Kilometer 30 das Selbstvertrauen die Distanz mit den Höhenmetern gut wegzustecken.

Chris war als Supporter auf der Strecke und feuerte die beiden bei Kilometer 30 an. Jürgen war auf dem besten Weg unter 4 Stunden das Ziel zu erreichen und rannte mit entschlossener Miene den Anstieg hinauf.

Judith kam nur wenige Minuten später. Der starke Konversationsdrang ohne zwischendrin Luft zu holen ließ Vermuten, dass sie nicht am Limit läuft. So wurden die letzten Kilometer noch mal etwas schneller.

Das Ziel war schon in greifbarer Nähe als Jürgen um die Ecke bog und die Uhr noch unter 4 Stunden anzeigte. Nun spürte auch Judith die Distanz und vor allem die 1500 Höhenmeter, aber konnte das Tempo noch bis ins Ziel retten.

Jürgen gewann kam mit einem Schlusssprint in 3:59:44h die Altersklasse und verbesserte seine Zeit vom Vorjahr um 7 Minuten! Judith belegte kurze Zeit später mit 4:05:45h den 3. Altersklassenplatz und die Anspannung des „Hauptwettkampfes“ viel von ihr ab!

Damit war der Lauf ein voller Erfolg und zeigte, dass man zum einen im flachen Schweden die Form für Bergläufe entwickeln kann und zum anderen, dass Jürgen mit dem Alter schneller wird (Bericht Napf-Marathon 2012)..

Jürgen: „Wart mal ab, wenn ich 60 bin laufe ich hier 3:30h!“

Lupfenlauf 2013 – Chris auch schnell auf der Kurzstrecke!

Super Organisation, professionelle Homepage und super Stimmung zeichneten auch 2013 den Lupfenlauf in Talheim wieder aus. Dieses Jahr wurde der Lauf professionell moderiert von Michael Fleiner, was zeigt, dass sich die Veranstaltung trotz dem hohen Niveau immer noch weiterentwickelt und sich dadurch auch in diesem Jahr mit einer guten Teilnehmerzahl präsentiert.

Der 12km-Lauf macht den reinen Asphaltläufern sicher Angst, denn dieser hat 180 Höhenmeter und führt über Wald- und Wirtschaftswege. Trotz dessen konnten 139 TeilnehmerInnen diese Herausforderung meistern und kamen erschöpft aber glücklich ins Ziel!

Nach dem Sieg mit Streckenrekord 2012 hatte Chris dieses Jahr das Privileg die Statnummer 1 zu tragen, jedoch war er Realist genug um zu wissen, dass er zwar vorne mitmischen, aber nicht gewinnen konnte an diesem Tag. Chris stellte sich zusammen mit sehr guten Athleten aus der Region an den Start, allen voran der junge und wahnsinnig schnelle Triathlet Max Fetzer.

Nach dem Start blieb das Feld lange zusammen, jedoch setzte sich eine 4-köpfige Spitzengruppe ab, in welcher sich auch Chris befand. Das Tempo war gleichmässig schnell jedoch merkte man, dass sich keiner der vier verausgaben wollte.

Chris: “Das Tempo war konstant und keiner attackierte, das kam mir zu Gute und ich konnte bis zum Ende in der Spitzengruppe bleiben.”

Kurz vor Schluss zog Max einfach das Tempo an und keiner konnte mitgehen, dies bedeutete einen klaren Sieg für ihn. Chris war mit den Gedanken vielleicht schon beim anstehenden Bergmarathon am Napf kommende Woche, denn er ließ die anderen drei Ziehen und wurde somit gesamt 4. und Sieger der Altersklasse.

Chris: “Ich hätte nicht gedacht, dass sich nach dem diesjährigen Langdistanztraining  meine Beine überhaupt noch so schnell bewegen können, aber ein Schlusssprint war dann nicht auch noch drin.”

Nochmals am Start bei der Staffel

Schon bei der Startnummernausgabe wurden Max und Chris für die 4×2,5km Staffel angeworben, was natürlich beide gerne machten. Sie unterstützten damit das Team von Sylvia Götz und mussten sich ordentlich ins Zeug legen. Die Beine waren nicht mehr frisch, das sah man zumindest wenn man den beiden ins Gesicht sah, während sie den Anstieg kurz nach dem Start hochrannten. Als Mixed -Team belegte Chris somit auch einen tollen 4. Platz beim Staffel-Lauf.

Chris: “Der Staffel-Lauf machte wieder super Spaß, aber ebnen nicht während den 2,5km.”

Die Nudelpfanne war bereits 2012 heiß begehrt, aber das sprach sich wohl herum, denn schon bald war diese ausgegangen, aber Chris störte dies wenig und er wich auf das riesige Kuchenbüffet aus, welches eine unüberschaubare Vielfalt bot.

Die Siegerehrung wurde dieses Jahr kürzer gehalten, was sehr gut ankam. Sie wurden diese ebenfalls von Micha(el Fleiner) moderiert, welcher mit seiner netten und lustigen Art perfekt durch den Nachmittag führte. Somit ging ein erfolgreicher Lupfenlauf zu Ende und man darf gespannt sein, was 2014 die Läufer erwartet.

Chris: “Danke nochmals an Dirk und sein ganzes Team für den super organisierten Wettkampf! Ob Ergebnisdienst, Verpflegung oder Siegerehrung, es waren einfach nur Profis am Werk! Bis nächstes Jahr!”

Top Platzierungen beim Sardona Trail – Stephan Siegt auf der Ultradistanz


Bilder (C) Robert Kampczyk

Das zweite mal fand der Sardona Ultra Trail am vergangenen Wochenende statt und lockte dieses mal auch einige Topläufer an! Umberto, der Organisator managte das Event wieder locker aus dem Handgelenk; zumindest schien dies so. Die tolle, familiäre Atmosphäre rund um den Start- und Zielbereich auf knapp 1.500m Höhe verleihen dem Event eine besondere Note und sind Dreh- und Angelpunkt der Veranstaltung.

Judith verließ kurzzeitig Schweden, um auf der Short Distanz ihre Form in den Bergen zu überprüfen.

Jürgen startete beim Marathon und Chris wagte sich nach dem 2. Platz auf der Short-Distanz im Vorjahr nun ebenfalls auf diese harten 39 Kilometer, aber steckte die Ziele in Anbetracht der Höhenmeter ganz niedrig.

Stephan wollte unbedingt noch einen Ultra diese Saison machen und fand mit dem Sardona Ultra Trail die richtige Herausforderung!

Hier die Strecken:

Schon am Abend zuvor traf man auf bekannte Gesichter und zwar denen von Alex und Felix und beim Carboloading tauschte man sich rege über die topographischen Karten aus, welche auf dem Tisch ausgebreitet lagen und das bevorstehende Abenteuer beschrieben. Nach dem letzten Schluck Bier, Wein oder auch Wasser getrunken war, ging es dann viel zu spät ins Bett um die kostbaren Stunden sinnvoll zu nutzen.

Judith und Chris halfen am Morgen bis zu ihrem eigenen Start noch bei der Ausrüstungskontrolle, die Umberto sehr wichtig war, denn schließlich war es ein alpiner Berglauf, was das Equipment auch rechtfertigte.

Umberto: “Falls etwas fehlt, darf derjenige nicht Starten!”

Stephan sah am Morgen etwas angespannt aus, lag es eventuell an den weiteren Top-Startern wie Thomas Wagner oder Matthias Dippacher? Zuerst fiel der Startschuss für den Ultra und die Athleten starteten auf die unglaublichen 83km mit 6.300 Höhenmetern! Stephan konnte sich bei Kilometer 20 mit Matthias absetzen und sie bestritten ab diesem Zeitpunkt ein einsames, aber grandioses Rennen!

Der Marathon

In der Zwischenzeit ging Chris zusammen mit dem Vorjahressieger Stephen Baumgartner an den Start der Marathon-Distanz, jedoch mit dem Wissen, dass er dieses Jahr nicht um einen Podiumsplatz laufen würde. Schon vor dem ersten Anstieg sprintete ein Läufer geradeso den Anstieg hoch! Alle sahen ihm ungläubig nach, aber es sah aus, als wisse er was er tue; im Ziel kam er jedoch nie an… Als sich Stephen nun auch noch extrem verlief, durfte sich Michael Arend mit einem wahnsinns Vorsprung im Ziel feiern lassen. Chris kam schließlich als 5. überglücklich ins Ziel, jedoch ungewohnt frisch ;)

Jürgen verlief sich wie so viele und besuchte dabei einen Sennen auf seiner Alm. Die 750(!!!!) Höhenmeter und 6km MEHR ließen Jürgen als ersten Short-Ultra-Läufer die Ziellinie überqueren ;)

Die Short Distanz

Auf Judith warteten an diesem Tag rund 1.500 Höhenmeter und wenn man bedenkt, dass sie seit über einem halben Jahr nur das Flachland Schwedens zum Trainieren hat, war die Spannung über das Abschneiden groß. Allein die Höhe von 2.500m machten ihr schwer zu schaffen, jedoch ist der Körper wohl konditioniert genug selbst zu wissen was er zu tun hat. So raste sie geradeso durch den Kurs und konnte als 5. Frau die Ziellinie überqueren!!! Gerademal 9 Männer waren vor ihr, was zeigt, dass die ihr die schwedische “Tiefenluft” wohl auch sehr gut bekommt.

Sieger bei den Frauen wurde die Konstanzerin Susanne Wings, welche ihren ersten Trailrun somit mehr als erfolgreich hinter sich brachte. Ebenso sein Debut und gleichzeitigen Sieg feierte der Konstanzer Ernesto Sanchez die Shortdistanz bei den Herren vor Thomas Bosnjak siegte.

Das Finale beim Ultra

Stunden später, als die Nacht schon über das Sarganser-Land hereingebrochen war, stieg die Spannung im Zielbereich ins unermessliche. Man wusste nur, dass Stephan und Thomas in Führung lagen, aber nicht mehr. Irgendwann sah man weit oben in den Bergen zwei Lichtkegel. Das sind sie! Die Lichtquellen waren sehr dicht beisammen! Wird es einen Zielsprint geben?

Plötzlich kamen die Strinlampen an der Gaffiahütte wieder zum Vorschein und verschwanden sehr schnell wieder ein letztes mal, bevor es den Abstieg ins Ziel hinunter ging.

Klatschen, rufen und lautes Pfeifen begleitete die beiden auf den letzten Höhenmetern. Doch es zeichnete sich nicht das erwartete Duell ab, sondern die beiden rannten gemeinsam über die Ziellinie und gewannen auch beide!

Stephan Hugenschmidt und Matthias Dippacher siegten gemeinsam. Nachdem sie 60 Kilometer zusammen gelaufen waren, könnten sie auch die letzten Meter zusammen laufen war der Beschluss! Stephan sah sehr erschöpft aus, aber nach 12 Stunden alpinem Gelände darf man das auch erwarten!

Stephan: “Hart, härter, Sardona!”

Auch Matthias setzte sich erst einmal und als er wieder zu Luft kam sagte er nur eins…

Matthias Dippacher: “Er ist verantwortlich, dass ich mich so anstrengen musste!”

Somit konnte Stephan erneut beweisen, dass er zu den Topläufern gehört und man darf auf seinen nächsten Streich gespannt sein…

Chris: “Danke an Umberto und sein Team für dieses absolute Trail-Highlight 2013!”

Allen herzlichste Glückwünsche für dieses Erfolgreiche Wochenende und ebenfalls Glückwunsch an Umberto für die erfolgreiche Zweitauflage eines grandiosen Wettkampfes!

Chris rennt beim Bergmarathon-Debut auf’s Podium

Christian Häuser startete am Samstag bei seinem ersten Bergmarathon, dem Montafon Arlberg Marathon in Österreich und mischte gleich weit vorne mit.

Fernsehbericht vom ORF

Der hervorragend organisierte und professionell ausgerichtete Lauf startete um 9Uhr in Silbertal und führte über ein Hochmoor nach Sankt Anton und es wurde ein heißer Tag prophezeiht, was sich auch bewahrheiten sollte.

Schon kurz nach dem Start machte einer der Favoriten ordentlich Druck, setzte sich ab und zog so das Starterfeld in die Länge. Es formierte sich eine rund 10-köpfige Verfolgergruppe in welcher sich auch Chris einordnete. Nach der ersten Ehrenrunde in Silbertal wurde es auch langsam steiler und die Karten wurden neu gemischt. Die Verfolgergruppe war nun auseinandergerissen und Chris konnte sich mit jedem Kilometer weiter nach vorne arbeiten.

Bei Kilometer 12 befand er sich schon auf dem 5. Platz und konnte sich durch eine beherzte Attacke auf den 4. Rang vorschieben. In diesem Zug schloss er direkt auf den 4. auf und konnte diesen nach kurzer Gegenwehr ebenfalls hinter sich lassen. Somit befand er sich bereits bei Kilometer 15 auf dem 3. Gesamtrang, doch es lagen zu diesem Zeitpunkt 5km Anstieg und weitere 22km bis zum Ziel vor ihm und er sah nicht mehr allzu frisch aus…

Chris: “Ich wusste bis Kilometer 33 nicht dass ich 3. bin, obwohl ich meinte mitgezählt zu haben – die Sauerstoffarmut zeigte sich demnach nicht nur in der Muskulatur.”

Dann begann das Hochmoor und die Strecke führte durch eine Grundsubstanz von Bächen, Matsch und Gras, welche übersäht war mit Steinbrocken, was das den Läufern nach diesem 15km Anstieg alles abverlangte. Chris hatte seine Hausaufgaben gemacht, jedoch waren ihm diese Streckenbedingungen unbekannt. Nach den ersten Metern im rasanten Tempo sank er bis zum Knie im Moor ein und auf Grund des Schwungs konnte er sich nicht mehr mit den folgenden Schritten abfangen. So sürzte er leicht abschüssig auf die Felsbrocken. Die Platzwunde am linken Knie spürte er erst später, nach dem er wieder in seinen Lauf gefunden hatte.

Die eine Stunde zuvor gestarteten Nordic-Walker bevölkerten mittlerweile die Strecke und machten den anspruchsvollen Trail hinab noch schwieriger und erforderten volle Konzentration der Maratholäufer beim Überholen.

Chris: “Nach dem Sturz war die Motivation am Boden und ich fragte mich einmal mehr was ich hier eigentlich mache…”

Nachdem der höchste Punkt erreicht war, ging die Strecke großteils bergab, jedoch war sie immer wieder mit kurzen, giftigen Anstiegen gespickt, was den Laufrythmus der Athleten jedes mal wieder auf’s Neue störte. Auch Chris tat sich schwer und musste schwer kämpfen.

Freund und Trainingkollege Stephan Hugenschmidt ließ es sich nicht nehmen, Chris bei Kilometer 22 einen Überraschungsbesuch abzustatten und ihn ordentlich anzufeuern, was wohl genau der richtige Zeitpunkt war.

Chris: “Ich dachte ich sehe nicht richtig! Vielen Dank Stephan für die Motivation an der Strecke, echt krasse Aktion!”

Doch trotz allem wurden die Kilometer immer länger und sie zogen sich gegen Ende wie Kaugummi. Auf den letzten Kilometern der Strecke sah man Chris die Strapatzen deutlicher denn je an, der getrocknete Schlamm an den Beinen, das blutende Knie und das verkrapftes Gesicht sprachen Bände über die letzten gelaufenen 40km.

Als Chris die Arme nach oben warf und nach einer Zeit von 3:26:10h als gesamt 3. die Ziellinie überquerte waren alle Strapatzen vergessen und der Sieg der Altersklasse besiegelt. Somit bewies er einmal mehr, dass er es noch immer nicht schafft sich einen Wettkampf richtig einzuteilen, aber eben auch, dass er sich trotz dessen jedes mal wieder durchquält. Immer das gleiche…

Während sich die Sanitäter um die Platzwunde kümmern, lässt es sich der Moderator nicht entgehen Chris zu interviewen.


Glückwunsch und gute Besserung!

4x Podium beim SALOMON – Keep On Running 2013

Der Wetterbericht hatte ein sonniges Wochenende vorhergesagt, was Judith, Stephan und Chriz beim SALOMON – Keep On Running in Alzenau genießen wollten. Die professionell organisierten Veranstaltung bestand aus 3 Wettkämpfen, wobei man die 3 Trailstrecken als 3-Tage-Wettkampf oder als Einzelwettkampf bestreiten konnte.

  • 1. Tag – CityNight Sprint durch Alzenau (ca. 3 km)
  • 2. Tag – Hahnenkamm-Trail von Alzenau nach Mömbris (ca. 27,3 km / 956 Hm)
  • 3.Tag – Kahlgrund-Trail von Mömbris nach Alzenau (ca. 22,6 km / 561 Hm)

Judith und Chriz entschlossen sich für das Komplettprogramm, um die volle Ladung Trailerlebnis zu erfahren und zu erleben was 3 Tage Wettkampfbelastung bedeuten.

1. Tag – CityNight Sprint durch Alzenau (ca. 3 km)

Nach kurzer Streckenbesichtigung und dem obligatorischen Warm-Laufen ging es auch schon im Jagdstart, welcher im 10 Sekunden-Takt erfolgte, auf die Strecke. Treppen, Absätze, Strohballen, Baumstämme und Böschungen waren als Hindernisse in der kleinen Stadtrunde in Alzenau eingebaut.

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Die Motivation von Judith solch eine kurze Strecke zu laufen hielt sich in Grenzen, jedoch hatte dies wohl nichts mit der Leistungsbereitschaft zu tun, denn sie schlug schon von Beginn ein hohes Tempo an und teilte sich ihre Kraft gut ein. Der besondere Anspruch bei solchen Citytrails ist die Orientierung zu behalten und den nicht immer schlüssigen Streckenverlauf in den verwinkelten Gassen und Wegen zu finden. Doch Judith kam nicht nur damit zu recht, sie schob sich nach ihrem Lauf an die Spitze und hielt lange die Bestzeit. Als die Favoritinnen die Stecke betraten musste sie zwar Platz 1 abgeben, jedoch war die Zeit stark genug um den 3. Podestplatz zu halten und somit stand Judith am Ende des Tages zusammen mit Natascha Schmidt (Profi-Triathletin) und Nina Vabic (Deutscher Meistertitel im Marathon) auf dem Podium.

Chriz schaffte es mal wieder und rannte (wie schon mittlerweile gewohnt) falsch. Die fehlende Absperrung erlaubte es den Läufern links oder rechts um einen Container zu laufen, was im Bezug auf den Streckenverlauf keine Auswirkung hatte, jedoch war nur auf einer Seite eine Zeitmessmatte… Chriz bemerkte es erst als es zu spät war, aber lief trotz dessen zurück um den Checkpoint nicht auszulassen, was ihn jedoch wertvolle Zeit kostete. Immerhin erreichte er noch den 10. Platz und damit hatte er das Ziel der Top10 dieses Wochenende zu erreichen noch immer im Fokus.

Chriz: “Mein 3. Trailrun und das 3. mal verlaufen, zum kotzen!”

2. Tag – Hahnenkamm-Trail von Alzenau nach Mömbris (ca. 27,3 km / 956 Hm)

Am nächsten Morgen schlug Stephan in Alzenau auf und diesmal ging es zu dritt an den Start. Die Topographie war verinnerlicht und die Schuhwahl war auf “grobes Profil” gefallen. Die Regenfälle der letzten Tage hatten die Strecke aufgeweicht, so dass schlechter Grip zu erwarten war.

Stephan ordnete sich routiniert direkt in der Spitzengruppe ein, ließ jedoch die späteren beiden Sieger bei der ersten Attacke ziehen. Bald setzte er sich jedoch von der Verfolgergruppe ab und er lief allein auf den 3. Gesdamtrang und feierte somit einen weiteren Podiumsplatz in dieser noch jungen Saison.

Judith und Chriz hatten nach dem Trainings-Camp vor einem Monat nun endlich die Möglichkeit für eine Formüberprüfung und waren entsprechend gespannt auf den bevorstehenden Trail.

Judith hatte in der Nacht kaum geschlafen und ging nervös an den Start. Die Routine stellte sich erst ein als der Startschuss gefallen war und es auf die Strecke ging. Sie kam mit der Strecke gut zurecht und teilte sich ihre Kräfte gut ein. In den Bergabpassagen spielte sie ihre volle Stärke aus und schaffte es jedes mal sich weiter nach vorne zu arbeiten. Die Anstiege waren auch am Ende der 27km kein Problem, da sie im Vergleich zu den Apinläufen recht kurz ausfielen, jedoch stieg dadurch die Intensität, welche so manchen zermürbte.

Nach einem harten Kampf konnte Sie sich den 4. Gesamtrang der Frauen sichern und lag damit auch auf dem 4. Gesamtrang der 3-Tageswertung. Judith musste nun am 2. Tag Lea Bäuscher (Team SALOMON) den Vortritt lassen und realisierte, dass die 3 Profis wohl auch am morgigen Tag vor ihr über die Ziellinie laufen würden.

Chriz hatte als oberstes Ziel in der ersten Wettkampfhälfte nicht zu überzocken, denn dieser Anfängerfehler unterläuft ihm immer noch viel zu oft. Aber direkt danach kam eine Top10-Platzierung auf der Wunschliste für den heutigen Tag.

Recht schnell fand er sein Tempo und lief dies konstant durch, somit standen die Chancen gut das erste Ziel zu erreichen. Also war nun die Top10-Platzierung in Arbeit. Bei den Bergabpassagen konnte er wie gewohnt Boden gut machen und er schob sich langsam auf Platz 10 vor. An einer kurzen Steilpassage hoffte Chriz mal wieder auf sein Glück und so wurde aus dem Abstieg ein Absturz mit den üblichen Folgen, welche schlimmer aussehen, als sie sind.

Chriz: “Klar hätte man an der Stelle langsam machen können oder sollen, aber naja…Wettkampfmodus eben.”

Vollgepumpt mit Adrenalin ging es nun weiter und Chriz konnte sich noch auf den 6. Gesamtrang vorkämpfen, was den 3. Rang bei der 3-Tageswertung bedeutete.

3.Tag – Kahlgrund-Trail von Mömbris nach Alzenau (ca. 22,6 km / 561 Hm)

Stephan ließ es sich nun auch nicht nehmen nochmals zu Starten und meldete sich nach. So standen die 3 wieder an der Startlinie und waren voller Vorfreude auf die bevorstehenden 22,6km gespannt. Stephan und Chriz positionierten sich gleich unter den ersten 10 Läufern, von welcher sich schon bald eine 4-köpfige Spitzengruppe absetzte, in der auch Stephan vertreten war. Chriz bildete mit seiner direkte Konkurenz die Verfolgergruppe, welche sich nach den ersten Kilometern noch aus 5 Läufern zusammensetzte. Chriz übernahm nach der rasanten Bergabpassage die Führung der Gruppe und versuchte sich abzusetzen. Jedoch war dies nicht von Erfolg gekrönt, aber zumindest reduzierte sich die Gruppengrösse auf 3.

Judith spürte mittlerweile auch die Belastung, aber konnte sich weiterhin weit vorne einordnen und ihre Position behaupten. Ihr ausgebauten Fähigkeiten im Downhill konnte sie erfolgreich einsetzten und sich weiter nach vorne arbeiten.

Auch in der Spitzengruppe musste ein Läufer dem hohen Tempo Tribut zollen und wurde von der Verfolgergruppe überholt. Chriz entdeckte nach einem Trail im Wald plötzlich die Spitzengruppe 200m vor sich. Exakt zu diesem Zeitpunkt drehte sich Stephan um und übernahm sofort die Führung der Gruppe.

Chriz: “Als ich die Spitzengruppe mit Stephan in Sichtweite bekam, war mir klar, dass er momentan nicht voll läuft, sonst hätte ich ihn niemals eingeholt!”

Nach der Tempoverschärfung in der Spitzengruppe setzte sich Stephan nun bald ab und lief dem Tagessieg entgegen, zumindest sah es zu diesem Zeitpunkt danach aus…

Chriz und seine beiden Begleiter bekriegten sich unerbittlich. Jeder machte Tempo wenn er wieder Reserven hatte um die anderen zu zermürben. Es schien eine absolut ausgeglichene Gruppe zu sein und keiner machte Anzeichen Probleme zu bekommen. Irgendwann jedoch musste es passieren, dass einer “explodiert” und dies passierte bei zwei hintereinander folgenden Anstiegen, somit war es nun ein Zweikampf zwischen Chriz und seinem Kontrahenten. Einige Kilometer später zeigte Chriz die bessere Bergleistung und konnte sich absetzen. Alls gesamt 4. war er nun dabei einen für ihn perfekten Wettkampf ins Ziel zu laufen.

Doch kurz vor dem Ziel sah er im Augenwinkel auf einmal ein weisses Shirt 50m hinter ihm aufblitzen. Schnell ging er im Kopf alle potentiellen Gegner durch die im Laufe der 21km ein weisses Shirt trugen, aber es war keiner dabei. Er hörte Schritte, die so schnell waren im Verhältnis zu seinen als würde er durch die Stadt spazieren. Dann drehte er sich um und traute seinen Augen nicht, es war Stephan! Er hatte eine Abzweigung verpasst und ist bis in die nächste Ortschaft gelaufen.

Stephan: “Verlaufen, den Sieg verspielt!”

Voller Enttäuschung über den verspielten Sieg liess er Chriz den Vortritt und verzichtete auf den 3. Gesamtrang. Somit war Chriz nun beim Tagesergebnis mit Platz 3 auf dem Treppchen und sicherte sich mit diesem Ergebnis auch den 3. Platz der Triple-Wertung der 3 Tage!

Judith konnte sich den 5.Platz an diesem Tag erkämpfen und erreichte in der 3-Tages-Wertung den 4. Rang!

Club de Serieux beim Corosslauf Reichenau

Stephan und Chriz triumphieren in Italien beim Trail Lago d’Orta

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Mit zwei Platzierungen in den Top5 beim harten, aber traumhaften Trail Lago d’Orta (22km/1200hm), beendeten Stephan und Chriz ihre diesjährige Wettkampfsaison.

Der gute besetzte Lauf lockte schon immer ein internationales Starterfeld, was den Lauf sehr interessant macht.

Der späte Start um 15 Uhr erlaubte es den beiden sich an die warmen 21°C zu gewöhnen. Aber Hitze sollte das kleinste Problem bei diesem Wettkampf sein!

Die harten Singeltrails wurden teilweise nahezu senkrecht in den Wald gelegt, obwohl da noch nie zuvor ein Weg war. Diese Streckenführung bereitete Chriz Schwierigkeiten, so dass er sich 2 mal verlief.

Chriz:”Ich habe erst total überzockt und mich dann auch noch insgesamt 500m verlaufen!”

Den ersten Fehler beging er bei der Verfolgung eines Kontrahenten, als dieser die Markierung falsch interpretierte stürmte er mit ihm querfeldein einen Abhang hinunter. Jedoch landeten Sie mitten in einer Gruppe anderer Läufer auf einer Straße – also wieder hoch!

Diese mühsamen Distanzmeter und Höhenmeter wirkten sich bei Chriz jedoch nicht negativ aus und er konnte seine Position wieder zurückgewinnen und halten. Bis eben zum zweiten Fehltritt…
Aber auch danach konnte er sich in dem anstrengenden Trail wieder vorkämpfen.

Stephan hingegen konnte die Extrameter durch Umwege etwas besser im Rahmen halten und befand sich auf Platz 3 bzw. 4 mit einem weiteren Athleten.

Stephan:”Die Beine wurden immer schwerer in den Anstiegen!”

Stephan hatte vor nicht einmal einer Woche
den harten Napf-Marathon in der Hauptklasse gewonnen
und war trotzdem schon wieder vorne mit dabei.

Jedoch merkte er mit zunehmender Kilometerzahl die fehlende Regeneration und konnte den 3. Platz nicht verteidigen.

So liefen Stephan und Chriz auf den Plätzen 4 und 5 ins Ziel ein und lieferten mit diesem Internationalen Auftritt einen spitzen Saisonabschluss ab!

Viel Spaß noch in den Bergen und gute Erholung!